Neujahrsempfang der Bremer Kammern und KVen
17.01.2007: Ansprache des Kammerpräsidenten K.H.Schrömgens
Der diesjährige Neujahrsempfang der Psychotherapeutenkammer Bremen, der traditionell gemeinsam mit den Bremer Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern im Haus der KVHB durchgeführt wurde, fand am 17. Januar statt. Gleichzeitig wurde eine neue Kunstausstellung eröffnet. Wie immer nutzten neben Ärzte und Psychotherapeuten die Vertreter aus Kassen, Gesundheitspolitik, Krankenhäuser und anderer Einrichtungen des Gesundheitswesen den Empfang zum Gedankenaustausch. Erstmals zu Gast waren die seit kurzer Zeit im Amt befindliche Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, Frau Ingelore Rosenkötter, und die Gesundheitsstaatsrätin, Frau Birgit Weihrauch. Die erste Stunde wurde bestimmt durch die Ansprachen der Gesundheitssenatorin, des KV-Vorsitzenden, Herrn Dr. Spiro, des Ärztekammerpräsidenten, Herrn Dr. Wurche, der Präsidentin der Zahnärztekammer, Frau Dr. Petersen, dem KZV-Vorsitzenden, Herrn Dr. Mittermeyer und dem Präsidenten der Psychotherapeutenkammer, Herrn Schrömgens.
In seiner Ansprache bezog sich Karl Heinz Schrömgens zunächst auf den ausstellenden Künstler Hans-Joachim Schwarz, dessen neu entstandenes professionell-künstlerische Wirken er sehr beeindruckend finde. Mehr als 35 Jahre sei dieser in Bremen als Psychotherapeut tätig gewesen, die letzten sieben Jahre als Mitglied der KV Bremen. In vielfältigen berufspolitischen Funktionen, zuletzt als Präsident des Deutschen Psychotherapeutenverbandes (heute Psychotherapeutenvereinigung), dessen Ehrenpräsident er immer noch ist, habe er mit Weitblick, Beharrlichkeit, Geschicklichkeit und großem kommunikativem Talent ganz maßgeblich in den neunziger Jahren zur Erarbeitung und Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes beigetragen. Er könne mit Fug und Recht als einer der Väter dieses Gesetzes bezeichnet werden.
Er frage sich, wie wohl Herr Schwarz das eine oder andere Thema angegangen wäre. Im Folgenden hieß es: "Die Gemengelage für eine kleine Berufsgruppe wie die Psychotherapeuten zwischen den großen Akteuren des Gesundheitswesens ist nicht so einfach. In der Wochenzeitung "Zeit" wurde sogar mit Bezug auf Hemingways "Der Alte und das Meer" das Bild eines Haifischschwarms gezeichnet, um die großen Lobbygruppen im Gesundheitswesen zu charakterisieren. Nun, im Vergleich dazu sind wir ja eher eine Sprotte. Groß zubeißen kann so eine Sprotte nicht. Sie muss schauen, dass sie behände, beharrlich, aber auch flexibel ihren Kurs verfolgt. Zu meinem Statement anlässlich des Bremer Aktionstages zum so genannten Gesetz zur Stärkung der Wirtschaftlichkeit in der GKV gab es durchaus kritische Stimmen aus dem Kreis unserer ärztlichen Kollegen. Manchen scheint mein Beitrag, in dem das WSG durchaus kritisch beleuchtet wurde, zu sehr auf Verständigung ausgerichtet gewesen zu sein. Bitte - sehen Sie es der Sprotte nach."
Nach einer kritischen Beleuchtung der Auseinadersetzungen um das Wirtschaftlichkeitsstärungsgesetz bedankte er sich ausdrücklich bei Frau Senatorin Rosenkötter und den Mitarbeitern im Gesundheitsressort: "Sie haben als Land Bremen wichtige Forderungen der Psychotherapeuten im Bundesrat unterstützt und mit dazu beigetragen, dass sie mehrheitsfähig wurden. Sie wurden erfreulicherweise in der Gegenäußerung der Bundesregierung in der vergangenen Woche positiv aufgegriffen und fanden jetzt auch die Unterstützung der Fraktionen der CDU und SPD im Gesundheitsausschuss des Bundestages."
Abschließend griff Herr Schrömgens ein Thema aus seiner Neujahrsrede vor einem Jahr auf: "Ich hoffe nicht, dass dieses zu einem Ceterum Censeo auf Neujahrsempfängen wird. Ich hatte auf die unhaltbare Situation von Psychotherapeuten in der Ausbildung hingewiesen. Sie werden als ausgebildete Diplom-Psychologen im Rahmen der Psychotherapieausbildung anderthalb Jahre in der Psychiatrie in Vollzeit eingesetzt, ohne dass sie in den Bremer Kliniken einen Cent für diese Tätigkeit bekommen. Trotz vielfältiger Initiativen und Gespräche - ein Jahr später ist die Situation unverändert. In Gesprächen wurden wir auf die finanziell angespannte die Lage der kommunalen Kliniken hingewiesen, weitere Ausgaben könnten nicht zugemutet werden. Angesichts der aktuellen Berichte aus dem Klinik-Untersuchungsausschuss und der Zahlen, die dort gehandelt wurden, werden Sie, sehr geehrte Frau Rosenkötter, verstehen, dass uns diese Argumentation nicht mehr überzeugt. Ich hoffe sehr, dass wir im Jahr 2007 im Gespräch diese Frage zugunsten der Betroffenen lösen können."
