Neujahrsempfang 2006: Karl Heinz Schrömgens bekräftige Anliegen der Psychotherapeuten
Der diesjährige gemeinsame Neujahrsempfang der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung, der Ärztekammer, der Zahnärztekammer und der Psychotherapeutenkammer in Bremen fand wie immer rege Resonanz. Neben Mitgliedern der einladenden Institutionen waren zahlreiche Entscheidungsträger aus Politik und Gesundheitswesen erschienen. Als Vertreter der Gesundheitssenatorin Karin Röpke sprach Staatsrat Dr. Arnold Knigge. Nach den Ansprachen des KV-Vorsitzenden Dr. Till Spiro, des ÄK-Präsidenten Dr. Klaus-Dieter Wurche und der ZÄK-Präsidentin Dr. Brita Petersen ergriff als Repräsentant der Psychotherapeutenkammer Karl Heinz Schrömgens das Wort.
Nach einleitenden Bemerkungen zur aktuellen gesundheitspolitischen Lage und zur Qualitätsüberprüfung in der Psychotherapie äußerte er drei gegenwärtige Kernanliegen der Bremer Psychotherapeutenschaft:
"1. In der Honorierung psychotherapeutisch-diagnostischer Leistungen wird zur Zeit im Rahmen der KV rund die Hälfte dieser Tätigkeiten lediglich mit Null Cent vergütet. Ich weiß, auch andere Arztgruppen haben vergleichbare Probleme. Dennoch: Für eine psychotherapeutische Praxis zieht dies eine Verknappung diagnostischer Leistungen nach sich. Damit werden die Bemühungen um höhere Qualität konterkariert. Aus unserer Sicht darf dies keinen Bestand haben.
2. Psychotherapeuten in der Ausbildung erhalten während ihres praktisch-psychiatrischen Jahres in den Bremer Kliniken keinen Cent für ihre Tätigkeit. Es handelt sich wohlgemerkt um qualifizierte Diplom-Psychologen, die sich in der Ausbildung analog der Facharztweiterbildung befinden und in den Kliniken qualitativ hochstehende Leistungen erbringen. Lässt sich eine solcher Umgang rechtfertigen? Ich meine nein. Wir rufen die Klinikleitungen, die politisch Verantwortlichen und die Bremer Kassen auf, sich für eine angemessene Vergütung dieser Gruppe, die im Grunde recht überschaubar ist, einzusetzen.
3. Als drittes Anliegen liegen uns die Eingruppierung und der Status unserer in den Kliniken tätigen Kolleginnen und Kollegen am Herzen. Obwohl vom Ausbildungstand und Erfahrungswissen einem Facharzt ebenbürtig, tragen die formalen und tatsächlichen Regelungen diesem Tatbestand nicht Rechnung. Auch auf diesem Feld sehen wir in Bremen dringenden Handlungsbedarf."
Im Anschluss wurde eine Ausstellung des Neusser Künstlers Michael Kortländer eröffnet, die bis zum 17. April in den Räumen der KV Bremen zu sehen ist. Die Gäste nutzten im Anschluss Kunst und Gesundheitspolitik für viele anregende Gespräche.
