Die Psychotherapeutenkammer Bremen: Ihre Gründung und ihre Aufgaben

Alle Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Land Bremen sind Mitglieder der Psychotherapeutenkammer Bremen. Diese Pflichtmitgliedschaft wurde im Heilberufsgesetz des Landes Bremen festgelegt.

Damit erhielten im Jahr 1999 die Psychotherapeuten die gleichen Möglichkeiten wie die verschiedenen Ärzte und Apotheker, ihre Berufsangelegenheiten in Selbstverwaltung zu regeln. Dieses listet auch die wesentlichen Aufgaben der Heilberufskammern auf. Als zentrale Aufgabe wird die Vertretung der Belange ihrer Mitglieder im Einklang mit den Interessen der Allgemeinheit benannt. Darüber hinaus zählen zu den Aufgaben

  • Aufsicht über die Berufspflichten der Kammerangehörigen
  • Förderung der beruflichen Fortbildung und die Gestaltung der Weiterbildung
  • Qualitätssicherung der Berufsausübung ihrer Mitglieder
  • Vermittlung bei Streitigkeiten zwischen Patienten und Behandler
  • Vermittlung bei Streitigkeiten von Kammermitgliedern untereinander
  • Unterstützung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (Gesundheitsämter)
  • Abgabe von Stellungnahmen zu Gesetz- und Verordnungsentwürfen
  • Erstattung von Gutachten zu Angelegenheiten des psychotherapeutischen Berufes und Fachgebietes.

Die Kammer geht Beschwerden über Kammermitglieder nach, die von Klienten oder Patienten an die Kammer herangetragen werden. Liegen Verstöße gegen die Berufspflichten vor, kann die Kammer Rügen mit Geldbußen verhängen oder - bei schwerwiegenden Verstößen -ein berufsgerichtliches Verfahren beantragen. Für die Behandlung dieser Probleme wurde der Beschwerde und Schlichtungsausschuss geschaffen.

Mit der Kammerbildung ergibt sich die Möglichkeit, durch einen konstruktiven Diskurs der Angehörigen der neuen Heilberufe über die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder und psychotherapeutischen Orientierungen zu einem einheitlicheren Berufsbild zu kommen. Ein wichtiges Ziel stellt dabei auch der Einsatz für die Verbesserung der Patientenversorgung dar.

Historisches

Nach dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes zum 1. Januar 1999 novellierte die Bürgerschaft des Landes Bremen das Bremische Heilberufsgesetz, um die neu geschaffenen Heilberufe der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (Psychologischer Psychotherapeut bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) ebenfalls zu verkammern. Auf Vorschlag der wichtigsten psychotherapeutischen Berufsverbände in Bremen berief der Gesundheitssenator zu Beginn des Jahres 2000 nachfolgende zehn Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Mitglieder des Gründungsausschusses: Dipl.-Psych. Dr. Amir Babai, Dipl.-Psych. Frank Bodenstein, Helmut Freisberg, Dipl.-Psych. Ingeborg Koch-Hübner, Dipl.-Psych. Ingrid Ingeborg Koop, Dipl.-Psych. Dr. Hans Nadolny, Dipl.-Psych. Hans-Otto Platte, Gisela Ripke, , Dipl.-Psych. Karl Heinz Schrömgens; Dipl.-Psych. Ursula Wolf.

Am 4. Februar 2000 traten diese im Tivolihochhaus zur konstituierenden Sitzung zusammen. Zum Vorsitzenden dieses Ausschusses kandidierten Hans- Otto Platte (DGPT) und Karl Heinz Schrömgens (DPTV). Nachdem der letztere die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigte, wurde Hans- Otto Platte zum Stellvertreter gewählt. Weitere Mitglieder des Vorstandes wurden Frank Bodenstein (Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten), Gisela Ripke (VAKJP) und Ursula Wolf (BDP). Der Gründungsausschuss erarbeitete in der darauf folgenden Zeit die Satzung der PKHB und bereitete die Gründungsversammlung vor. Zusätzlich wurden die Grundlagen für eine beginnende Verwaltung gewählt und die erste Geschäftsstelle in der Lüder-von-Bentheim-Str. 47 eingerichtet.

Am 18. Oktober war es dann soweit: Im Queenshotel in der Vahr trafen sich 220 Bremer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zur Gründungsversammlung. Zum ersten Kammerpräsidenten wurde Karl Heinz Schrömgens, zu seinem Stellvertreter Hans- Otto Platte gewählt. Weiterhin wurden in den 7- köpfigen Vorstand Dr. Amir Babai, Frank Bodenstein, Marianne Büthe-Titel, Gisela Ripke und Ursula Wolf berufen. Mit diesem Datum war die erste Psychotherapeutenkammer bundesweit gegründet. Ihr folgten in den Monaten und Jahren darauf die Gründungen von Psychotherapeutenkammern in allen Bundesländern. Diese gründeten 2003 gemeinsam die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) mit Sitz in Berlin.