Information für die Mitglieder der PKHB: Einbeziehungsvereinbarung unter Dach und Fach

02.09.2008: Die wesentlichen Eckpunke der Einbeziehungsvereinbarung zwischen der DAK Niedersachsen/Bremen und den Psychotherapeutenkammern Bremen und Niedersachsen zum IV-Vertrag zur psychiatrischen Versorung nach § 140 a SGB V

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,
im Juli 2008 haben die Präsidenten der Psychotherapeutenkammern Niedersachsen und Bremen, Dr. Lothar Wittmann und Karl Heinz Schrömgens, zusammen mit dem Leiter des Vertragsbereiches der DAK Niedersachsen/Bremen, Hans-Joachim Mahlke, nach langen und intensiven Verhandlungen zwischen den Beteiligten die Einbeziehungsvereinbarung zum Vertrag zur Integrierten Versorgung für psychisch Kranke nach § 140 a SGB V unterzeichnet. In der Bremer Psychotherapeutenkammer wurden die Inhalte dieser Vereinbarung im zurückliegenden Jahr intensiv diskutiert. Im November 2007 beschloss die Kammerversammlung nach ausführlicher Beratung, diese Einbeziehungsvereinbarung auf den Weg zu bringen und sie zu unterzeichnen. Warum halten wir die Teilnahme an diesem Modell der Integrierten psychiatrischen Versorgung für attraktiv?

• Behandlungsbedürftigen Patienten, bei denen eine krankenhausvermeidende psycho-therapeutische Behandlung erfolgen soll oder bei denen im Ersatz einer stationären Klinikbehandlung ein umfassendes Hilfeprogramm realisiert werden muss, wird durch die Unterschrift unter den Kooperationsvertrag zur Einbeziehungsvereinbarung ein zeitnaher Psychotherapiebeginn innerhalb von 14 Tagen garantiert.

• Eine enge Kooperation zwischen den beteiligten Berufsgruppen, vor allem Psychiater, Psychotherapeuten, Pflegekräfte, Hausärzte und Kliniken verbessert die Versorgung und schafft höhere Berufszufriedenheit. Durch die aktive Teilnahme an Qualitätszirkeln wird die Verzahnung der beteiligten Berufsgruppen stabilisiert. • Für Patienten, die einen umfassenden psychotherapeutischen Versorgungsbedarf aufgrund schizophrener, affektiver, depressiver, manischer und bipolarer sowie psychosomatischer Störungen und Suchterkrankungen haben, eröffnet sich so ein transparentes multiprofessionelles Hilfesystem, das in sämtlichen Phasen der Behandlung kompetente Partner bietet.

• Mit dieser Einbeziehungsvereinbarung schaffen DAK, Psychiater und Psychotherapeuten unabhängig vom angewendeten Therapieverfahren in Bremen und Niedersachsen ein gemeinsames Dach, unter dem sie besser als bisher zum Wohl ihrer Patienten und zu ihrem eigenen Wohle miteinander kooperieren können.

• Dadurch werden die Psychotherapeuten aus den beiden Kammern in einen bestehenden IV-Vertrag zwischen der DAK Niedersachsen/Bremen und psychiatrischen Praxen beider Bundesländer einbezogen.

• Psychiatrische und psychotherapeutische Praxen können - wenn sie dies wollen - unter diesem Dach einen Kooperationsvertrag schließen, mit dem die Einbeziehungsvereinbarung in das unmittelbare IV-Rechtsverhältnis der Leistungserbringer zur DAK transformiert wird. Kein Psychotherapeut ist verpflichtet, mit einem bestimmten Psychiater einen Kooperationsvertrag abzuschließen, wie auch kein Psychiater verpflichtet ist, mit einem kooperationswilligen Psychotherapeuten eine solche Verbindung einzugehen. So ist eine Gleichberechtigung beider Kooperationspartner gegeben.

• Im Rahmen dieses IV- Vertrages stehen für die sofortige psychotherapeutische Behandlung 15 Sitzungen unabhängig von den Kontingenten der Psychotherapie-Richtlinien und ohne Antragstellung und Genehmigung zur Verfügung. Diese werden mit jeweils 89,68 € (zuzüglich einer Pauschale von 20,- € pro Quartal und Patient) von der DAK vergütet werden. Alle sonstigen diagnostischen und psychotherapeutischen Leistungen werden über die KVHB abgerechnet. Sind darüber hinaus weitere Behandlungseinheiten nötig - was bei den schwer gestörten Patienten, die der IV-Vertrag und die Vereinbarung ausschließlich berücksichtigt, der Fall sein kann - werden diese gemäß den Psychotherapie-Richtlinien wie gewohnt durchgeführt. Die Schwere des Falles wird von Psychiater und Psychotherapeut nach entsprechender Diagnose und Indikation gemeinsam festgestellt. Das Erstzugangsrecht der Patienten zu einer psychotherapeutischen Behandlung bleibt also gewahrt.

Durch die Einbeziehungsvereinbarung sind die Psychotherapeuten in Niedersachsen und Bremen berufspolitisch einen großen Schritt vorangekommen. Ohne Unterschriften unter die Kooperationsverträge mit Psychiatern wird die Vereinbarung aber nicht mit Leben gefüllt werden. Das Dach für eine verbesserte Versorgung von psychisch kranken Menschen ist geschaffen. Jetzt liegt es an Ihnen, den nächsten Schritt zu tun. Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, dann senden Sie das anliegende Schreiben ausgefüllt an die Geschäftsstelle der PKHB. Sie bekommen dann umgehend sämtliche Unterlagen zur Einbeziehungsvereinbarung zugeschickt. Das sind:

• Einbeziehungsvereinbarung zwischen PKN, PKHB und DAK

• Anlage 1: Kriterien für die Bedarfsgruppen

• Anlage 2: Verzeichnis der ärztlichen Vertragspartner der DAK (Liste der Psychiater)

• Anlage 3: Vergütung

• Anlage 4: Rechnungsbeispiel

• Kooperationsvertrag (zu unterzeichnen zwischen Psychotherapeut, Psychiater und DAK)

Für weitere Schritte beraten wir Sie gerne.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Karl Heinz Schrömgens

Präsident der Psychotherapeutenkammer Bremen

Zugehörige Dateien:
Rückantwort-Formular zur Anforderung der Vertragsunterlagen zum IV-VertragDownload (57 kb)