Neue Kassensitze für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie werden ausgeschrieben!

17.12.2009: Bewerbung bitte an den Zulassungsausschuss bei der KVHB

Am 18. November 2009 trat die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Umsetzung der 20 Prozent-Mindestquote bei Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Kraft.* Überall dort, wo die Anzahl von Psychotherapeuten, die überwiegend oder ausschließlich Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch behandeln, unter 20 Prozent im Rahmen der Bedarfsplanung liegt, müssen so viele Kassensitze neu ausgeschrieben werden, bis diese Quote erfüllt wird. Voraussichtlich bis Anfang Januar 2010 wird der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen im Land Bremen aufgrund der Vorgaben der gesetzlichen Mindestquote und der Umsetzungsrichtlinie die KV-Planungsbereiche Bremerhaven und Bremen für die Bewerbung von Psychotherapeuten öffnen, die ausschließlich Kinder und Jugendliche behandeln folgende Festlegungen getroffen. Nach unserem jetzigen Kenntnisstand werden:

• in der Stadt Bremerhaven 7,5 Sitze neu besetzt;

• in der Stadt Bremen 4,5 Sitze neu besetzt.

• Die Sitze in Bremen können erst dann ausgeschrieben werden, wenn in Bremerhaven mindestens 10 Prozent der Quote erfüllt ist, d.h. also mindestens 4 Sitze neu besetzt sind.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich

• Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
• Psychologische Psychotherapeuten, die über den Fachkundenachweis „Kinder und Jugendlichenpsychotherapie“ entsprechend der Psychotherapie-Vereinbarung verfügen.

  • Mit dieser Zulassung sind Psychologische Psychotherapeuten darauf festgelegt, überwiegend (das heißt mind. 90 Prozent) Kinder und Jugendliche zu behandeln.

• Voraussetzung für die Bewerbung ist das Vorliegen
- der Approbation und
- des Arztregistereintrags bei einer Kassenärztlichen Vereinigung.

Fällt ein Kaufpreis an?
Nein, da es sich nicht um die Veräußerung eines Sitzes, sondern um eine Neuausschreibung handelt, fällt kein Kaufpreis an.

Nach welchen Gesichtspunkten werden Bewerber ausgewählt?
Geregelt ist dies im § 23 der Bedarfsplanungs-Richtlinie Ärzte, die analog zur Anwendung kommen wird:

• Zunächst erhalten die Psychotherapeuten eine Zulassung, die bereits als Job-Sharing- Partner oder Angestellter in einer KJP-Praxis tätig sind.

• Über Anträge auf (Neu-)Zulassung entscheidet der Zulassungsausschuss unter Berücksichtigung folgender Kriterien:

  • Berufliche Eignung
  • Dauer der bisherigen psychotherapeutischen Tätigkeit
  • Approbationsalter
  • Dauer der Eintragung in die Warteliste

• Muss unter mehreren geeigneten Bewerbern gewählt werden, so kann auch die Wahl des Praxisortes unter Versorgungsgesichtspunkten mit berücksichtigt werden.

Wann können Sie sich bewerben?

• Sie können sich sofort auf die Warteliste setzen lassen.

• Bitte beachten Sie die Veröffentlichungen. Sobald der Beschluss des Landesausschusses vorliegt, wird dies auf der Homepage der KV Bremen veröffentlicht: KVHB

• Reichen Sie dann Ihre vollständigen Antragsunterlagen beim Zulassungsausschuss c/o KVHB, Schwachhauser Heerstr. 26, 28209 Bremen ein. Bitte achten Sie auf gesetzte Fristen.

Bitte beachten Sie:

• Nehmen Sie aktiv die Möglichkeit wahr, sich in Bremerhaven niederzulassen. Sie tragen erheblich zur Versorgungsverbesserung in dieser Region bei. Bisher gibt es dort kaum psychotherapeutische Angebote für Kinder und Jugendliche.

• Achten Sie beim Zulassungsantrag auf die Wahl des Praxissitzes. Wir empfehlen, sich nicht in Stadtteilen niederzulassen, die schon eine hohe Dichte an Psychotherapeuten vorweisen. Auf der Internetseite der PKHB finden Sie eine Karte, aus der Sie die Verteilung entnehmen können:
Psychotherapeutenanteil Bremer Stadtteile

* Zum Abschluss einige Hintergrundinformationen:

Die Bundespsychotherapeutenkammer, die Landeskammern und viele Berufs- und Fachverbände haben die Umsetzungsrichtlinien des G-BA. im Rahmen der Bedarfsplanung heftig kritisiert. Leider konnte sich das Bundesgesundheitsministerium BMG nicht entschließen, diesen G-BA- Beschluss zu beanstanden.

Die beiden wesentlichen Kritikpunkte sind:

• Doppelt als KJP und PP zugelassene Psychotherapeuten werden mit dem Faktor 0,5 gezählt, unabhängig von tatsächlichem Leistungsverhalten in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Dadurch gehen in Bremerhaven und Bremen faktisch 3,5 Sitze verloren.
• Es findet eine abgestufte Entsperrung der Planungsbereiche statt, d.h. zuerst müssen in Bremerhaven mindestens 10 % der Quote erfüllt sein, bevor in Bremen die möglichen Sitze besetzt werden können.