„Wege zur psychischen Gesundheit – jetzt starten, nicht warten“

16.11.2013: Unter dem Titel „Wege zur psychischen Gesundheit – jetzt starten, nicht warten“ fand am 6. 11. 2013 im Gewerkschaftshaus in Bremen eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen und der Psychotherapeutenkammer Bremen zum Deutschen Reha- Tag statt.

Deutscher - Reha-Tag 2013 - v.l.n.r.: Christian Wolff, Johanna Kaiser-Bieg, Sonia Lippke, Hermann Schulte-Sasse, Karl Heinz Schrömgens, Peter Bagus, Aike Hessel, Hans-Peter Mnich

Deutscher - Reha-Tag 2013 - v.l.n.r.: Christian Wolff, Johanna Kaiser-Bieg, Sonia Lippke, Hermann Schulte-Sasse, Karl Heinz Schrömgens, Peter Bagus, Aike Hessel, Hans-Peter Mnich

Psychische und psychosomatische Erkrankungen, Störungen und Probleme haben in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung erlangt. So hat sich die Zahl der diagnostizierten psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren sprunghaft erhöht. Dies hat, neben dem individuellen Leid, das mit einer solchen Erkrankung einhergeht, auch gravierende volkswirtschaftliche Konsequenzen. So sind psychische Erkrankungen mittlerweile die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit und sogar für vorzeitige Berentung.

Vor diesem Hintergrund intendierte die Veranstaltung zum einen eine umfassende Information von Betroffenen über die verschiedenen Behandlungswege bei psychischen Störungen. Zum anderen war es Ziel, therapeutische, betriebliche, politische und Sozialversicherungsstrukturen zu vernetzen, um gemeinsame, abgestimmte und sinnvolle Behandlungspfade zu entwickeln.

So erklärten sowohl Herr Christian Wolff, Stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen als auch Herr Dr. Hermann Schulte-Sasse, Senator für Gesundheit in ihren Grußworten ihre ausdrückliche Bereitschaft zur Kooperation und Vernetzung.

Frau Prof. Dr. Sonia Lippke, Jacobs University Bremen eröffnete mit ihrem Überblicksvortrag „Erschöpft, gestresst, enttäuscht, ausgebrannt, depressiv – was können wir tun?“ den Vortragsteil der Veranstaltung.

Danach referierte Herr Karl Heinz Schrömgens, Präsident der Bremen zur Situation der ambulanten Psychotherapie in Bremen. Sein Vortrag stand unter dem Titel „Versorgung psychisch kranker Menschen in Bremen – eine Bestandsaufnahme“.

Karl Heinz Schrömgens

Karl Heinz Schrömgens

Er referierte zunächst die zentralen Ergebnisse der DEGS- Studie zur psychischen Gesundheit, m dann die Struktur der psychotherapeutischen Versorgungslandschaft am Bespiel der Stadt Bremen darzustellen. Vor allem stellte er die langen Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlung und die verzweifelte Suche vieler Patientinnen und Patienten nach angemessener Therapie den Ergebnissen der aktuellen Bedarfsplanung gegenüber: Ergaben 338 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in 2012 einen Versorgungsgrad von 159 Prozent, ergeben nach der neuen Bedarfsplanungs-Richtlinie 328 Psychotherapeuten einen Versorgungsgrad von 205 Prozent. Diese Zahlen lösten im Plenum Überraschung aus und machten zugleich offensichtlich, wie willkürlich und unangemessen diese Richtlinie verfasst ist und dass nicht Bedarf, sondern bloße Angebotsreduzierung dem zugrunde liegt.

Herr Dr. Dr. Peter Bagus, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Klinikum Bremen-Ost trug unter dem Titel „Stationäre psychosomatisch-psychotherapeutische Akutbehandlung“ zur Situation der stationären Psychotherapie in Bremen vor.

Betriebliche Strategien im Umgang mit psychischen Erkrankungen stellte Herr Dr. Hans-Peter Mnich, Leiter des Werksärztlichen Dienstes im Mercedes-Benz Werk Bremen vor. Er sprach zum Thema „Psychische Gesundheit in der Daimler AG – Angebote für Prävention und Versorgung im Mercedes-Benz Werk Bremen“.

Frau Dr. Johanna Kaiser-Bieg, stellvertretende Leitende Ärztin der Marbachtalklinik in Bad Kissingen referierte unter dem Titel „Berufsorientierte Behandlung in der Psychosomatischen Rehabilitation: Möglichkeiten und Grenzen“ über den besonderen Bezug der Rehabilitation zum Erwerbsleben und über konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der beruflichen Wiedereingliederung durch die Psychosomatische Rehabilitation.

Die Veranstaltung hatte eine sehr gute Resonanz. Mehr als 130 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten therapeutischen, betrieblichen, politischen und Sozialversicherungsstrukturen sowie betroffene Menschen diskutierten, moderiert von Frau PD Dr. med. Aike Hessel, intensiv die vorgestellten Themen. Damit leistete die Tagung einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung relevanter Akteure im Bereich des therapeutischen Handelns bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, Störungen und Problemen.
Sowohl die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen als auch die Psychotherapeutenkammer Bremen zeigten sich zufrieden mit der Resonanz der Veranstaltung und sahen dieses Projekt als einen gelungenen Auftakt einer vertiefente Zusammenarbeit für die Zukunft an.

Zugehörige Dateien:
Reha-Tag 2013: Vortrag Herr SchrömgensDownload (604 kb)