BPtK-Präsident Munz zu Gast auf der 35. Kammerversammlung - Wie geht es weiter mit der Reform der Aus- und Weiterbildung?

29.11.2016: Kammerversammlung nahm Tätigkeitsbericht des Kammervorstandes entgegen. Jahresabschluss und Haushalt einstimmig verabschiedet. Beitragshebesatz angehoben!

BPtK-Präsident Dietrich Munz

Erstmals besuchte BPtK-Präsident Dietrich Munz die Bremer Psychotherapeutenkammer. Er war geladen, um über den aktuellen Stand der Reform der Psychotherapieausbildung einschließlich der Überlegungen für die inhaltliche und organisatorische Gestaltung einer zukünftigen Weiterbildung.
In seinem Vortrag brachte Dr. Munz die Anwesenden auf den aktuellen Stand und erläutert die zwingende Notwendigkeit zur Reform der Psychotherapieausbildung, angefangen von den Ungleichheiten bei den Zugangsvoraussetzungen bis hin zur prekären finanziellen und unklaren rechtlichen Situation der Psychotherapeuten in Ausbildung.

Er stellte die im Oktober 2016 bekannt gewordenen Eckpunkte des Bundesministeriums für Gesundheit zur Reform der Psychotherapieausbildung vor und bewertete sie als ein sehr wichtiges Signal. In diesen ist eine zweiphasige wissenschaftliche und berufspraktische Qualifizierung vorgesehen, wobei in der Phase I ein Hochschulstudium auf Masterniveau mit Approbation erfolgt und in Phase II eine anschließende Weiterbildung und Qualifizierung auf Altersgebiete und Vertiefung in den Psychotherapieverfahren und Methoden.

Angeregte Diskussion unter den Kammermitgliedern

Herr Munz zeigt auch auf, an welchen Punkten die Bundespsychotherapeutenkammer weitergehende Vorstellungen hat, bezogen auf das Approbationsstudium, auf die Kompetenzziele für die Aus- und Weiterbildung und für die wissenschaftliche Qualifizierung. Besonders betonte er, dass es darauf ankomme, Lösungen für die Finanzierung der Weiterbildung zu finden. Die BPtK hat externe Expertisen (EsFoMed für den ambulanten Bereich, DKI für den stationären) beauftragt und eine Unterarbeitsgruppe für UAG für den komplementären Bereich beauftragt, Vorschläge für die Organisation und Finanzierung der Weiterbildung zu erarbeiten. Anschließend stellte er den bisherigen Ergebnisstand dar.

Die Festlegung der BMG-Eckpunkte wertete er als einen ersten Schritt in die richtige Richtung, es seien jedoch noch viele Reformdetails zu klären. Auf dem 29. Deutschen Psychotherapeutentag wurde deshalb die Weiterführung der Bundesarbeitsgruppe Transition beschlossen und in einer Resolution für die Schaffung angemessener Rahmenbedingungen für eine reformierte psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung votiert. Mit einer Verabschiedung des Gesetzes sei in dieser Wahlperiode nicht mehr zu rechnen. Deshalb sei es Ziel der BPtK, sich dafür einzusetzen, dass eine neue Bunderegierung die Reform der Ausbildung vorne auf ihrer Agenda aufnimmt. Die Kammermitglieder folgten dem Vortrag interessiert und es schlossen sich viele Fragen und Meinungsäußerungen an.

Tätigkeitsbericht des Kammervorstandes

Kammerpräsident Karl Heinz Schrömgens stellte anschließend den Tätigkeitsbericht des Kammervorstandes über das vergangene Halbjahr vor. Hervorzuheben sind insbesondere die Aktivitäten der Kammer für eine bessere Vergütung der angestellten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und der Einsatz der Kammer für eine Reform der Versorgung psychisch kranker Menschen im Rahmen des psychiatrischen Systems.

Jahresabschluss und Haushalt verabschiedet


Haushalt einstimmig verabschiedet

Den Bericht des Finanzausschuss trug dessen Vorsitzende Franka Collmann vor. Der Ausschuss hat keine Beanstandungen zum Jahresabschluss und empfahl die Entlastung des Vorstandes, die bei wenigen Entlastungen erfolgte. Anschließend stellte der stellvertretende Kammerpräsident Hans Schindler den Haushaltsplan 2017 vor. Er verwies auf Kostensteigerungen durch die Erhöhung des Beitrages an die BPtK und durch die Anhebung der Aufwandsentschädigungen für den Vorstand. Aus diesen Gründen sei die Erhöhung des Beitragshebesatzes, wie schon im letzten Jahr angekündigt unausweichlich. Die Anhebung des Hebesatzes von 0,89 auf 0,94 Prozent wurde von den anwesenden Kammermitgliedern einstimmig beschlossen.

Erstmals konnte Karl Heinz Schrömgens das Ende vor Erreichung des geplanten Schlusses verkünden. Anschließend nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zum angeregten kollegialen Austausch bei Sekt, Saft und Selters. Ebenfalls wurde das Gespräch mit Dietrich Munz gesucht, der bis zum Ende der Versammlung geblieben war.

Zugehörige Dateien:
Tätigkeitsbericht von Mai 2016 bis November 2016Download (608 kb)
Vortrag von Dr. Munz zur Reform der Aus- und WeiterbildungDownload (705 kb)