Aktuelles

Stand: 16.10.2020

Die jeweils in Bremen gültige Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 finden Sie unter: www.transparenz.bremen.de/vorschriften-72741

Praxistätigkeit

Die aktuellen behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlauben weiterhin eine Öffnung der Psychotherapeutischen Praxen, da diese zu den Einrichtungen des Gesundheitswesens schreibt das Tragen einer Mund-Nase-Abdeckung im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel und ähnlichen Einrichtungen vor. Dies gilt nicht für die Behandlungssituation in Psychotherapeutischen Praxen, bestätigte die Gesundheitsbehörde auf Nachfrage. Dennoch sind bei direktem Patientenkontakt die empfohlenen gesteigerten Hygienemaßnahmen einzuhalten. Diese können Sie z.B. auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.infektionsschutz.de ) oder auf den Seiten der Bundespsychotherapeutenkammer u. a. in der Praxis-Info "Coronavirus" (www.bptk.de/bptk). Laut Robert-Koch-Institut sind Schutzvisiere nach aktueller Datenlage nur als ergänzende Maßnahme zu einem Mund-Nasen-Schutz zu sehen und können diesen in seiner Schutzfunktion nicht vollständig ersetzen (www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html). Die Psychotherapeutenkammer Bremen empfiehlt, wo immer möglich auf den direkten Patientenkontakt zu verzichten und die Möglichkeiten zur Videotherapie zu nutzen.

Regelungen zur Videobehandlung

in der vertragsärztlichen Versorgung: Zu möglichen Sonderregelungen in der Abrechnung informieren Sie sich bitte über www.kvhb.de oder ww.kbv.de
Am 25. März beschlossen die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband, dass auch Psychotherapeutische Sprechstunde und probatorische Gespräche während der Corona-Pandemie per Videobehandlung möglich sind (www.bptk.de/jetzt-auch-sprechstunde-und-probatorik-per-videobehandlung-moeglich/ ).
Aufgrund der aktuellen Notlage können die Regelungen in §5 Absatz 6 der Berufsordnung der PK Bremen dahingehend ausgelegt werden, dass in begründeten Ausnahmefällen die persönliche Anwesenheit des Patienten für die Diagnostik, Indikation und Aufklärung auch über Video hergestellt werden kann. Begründete Ausnahmefälle sind solche, bei denen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen das Risiko für ein persönliches Erscheinen des Patienten in der Praxis als zu hoch eingestuft wird. Eine Durchführung von Psychotherapeutischer Sprechstunde und probatorischer Gespräche per Telefon oder in schriftlicher Form ist durch die Berufsordnung weiter untersagt.

Für Behandler*innen von Privatversicherten und Privatpraxen
Über aktuelle Informationen zu Leistungen, die Sie bei Privatversicherten, Versicherten der DRV sowie Mitgliedern von Bundespolizei oder Bundeswehr abrechnen können, informieren Sie sich bitte auf www.bptk.de. Bspw. finden Sie derzeit im BPtK-Praxis-Info "Coronavirus" und den News folgende Informationen: www.bptk.de/wp-content/uploads/2020/06/BPtK-Praxis-Info_Coronavirus_30062020.pdf
www.bptk.de/covid-19-sonderregelungen-pkv-verlangert/

für die praktische Umsetzung: Zur Durchführung der Richtlinientherapie per Video benötigen Sie nur einen Internetanschluss, einen Computer/Laptop/Tablet mit Kamera und Mikrofon und einen zertifizierten Anbieter. Bitte beachten Sie, dass auch Behandlungen per Video seitens des Therapeuten auschließlich in den Praxisräumen durchgeführt werden dürfen. Informationen zur Durchführung von Videobehandlungen finden Sie auf der Seite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (www.kbv.de/html/videosprechstunde.php ) sowie auf der Seite der Bundespsychotherapeutenkammer in der Praxis-Info "Videobehandlung" (www.bptk.de/publikationen/aktuell/). Eine Liste zeritifizierter Anbieter finden Sie ebenfalls auf den Seiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (www.kbv.de/media/sp/Liste_zertifizierte_Videodienstanbieter.pdf )

Kinder- und Jugendlichenpsychotherpeut*innen

Hilfreiche Tipps zur Gestaltung der Videotherapie bei Kindern und Jugendlichen erhalten Sie u. a. auf den Seiten der Psychotherapeutenkammer Hessen (www.lppkjp.de/aktuelles/faq_corona/ ).

Fachlich sollte hier besonders im Blick bleiben, wie die Vernetzung mit den anderen beteiligten Berufsgruppen aufrechterhalten werden kann, um die Themen häusliche Gewalt, Kindeswohl etc. zu bearbeiten.

Präventionsangebote gegen häusliche Gewalt und Gewalt gegen Kinder

Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen gehen Experten davon aus, dass häusliche Spannungen bis hin zur Gewalt gegen Partner*innen und Kinder zunehmen. Die Medizinische Kinderschutzhotline (www.kinderschutzhotline.de ) verzeichnet beispielsweise stark zunehmende Anfragen, die den Kinderschutz in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen, Schulschließungen und zunehmendem wirtschaftlichen Druck auf Familien zum Thema haben. Aus früheren Untersuchungen ist laut Medizinischer Kinderschutzhotline bekannt, dass in Zeiten der Rezession sowohl häusliche Gewalt als auch Misshandlung, Vernachlässigung und sexueller Missbrauch von Kindern stark zunehmen.

Die angefügten pdfs zum Download enthalten Informationen für unsere Mitglieder, an wen sie sich bei einem Verdacht auf häusliche Gewalt wenden und wie sie vorgehen können, sowie eine Übersicht verschiedener Beratungstelefone, die an Patient*innen weitergereicht werden kann.

Download "Telefonische Hilfsangebote zur Gewaltprävention"
Download "Kinderschutz - Ein Wegweiser für Fachkräfte
Download "Kinderschutz - Tipps für Familien"

Gruppentherapie und andere Gruppen

Laut Information des Ordnungsamtes vom 30.04.2020 soll durch die Neufassung der Coronaverordnung die Durchführung von psychotherapeutischen Gruppentherapien wieder möglich werden. Die Vorgaben zum Infektionsschutz sind weiterhin zu beachten. Insbesondere müssen, soweit die räumlichen Verhältnisse es zulassen, Personen einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten.
Die Praxen haben geeignete Maßnahmen zur Steuerung des Zutritts (einzeln und mit Abstand), zur Sicherstellung der gesteigerten hygienischen Anforderungen (z. B. Händewaschen, Maßnahmen zur Sicherstellung von Mindestabständen, Lüften des Therapieraums) und zur Vermeidung von Warteschlangen sowie sonstiger Ansammlungen von Menschen vor oder in den Praxisräumen vorzunehmen.
Bitte prüfen Sie, ob Gruppengrößen und Dauer der Behandlung reduziert werden können, um die Vorgaben einzuhalten.
Das Ordnungsamt weist explizit darauf hin, dass sich die Patient*innen ausschließlich zu medizinischen Zwecken innerhalb der Praxen aufhalten dürfen und es keine zusätzliche Verweildauer durch Smalltalk o. ä. vor Beginn oder im Anschluss der Sitzung gibt. Informieren Sie bitte die Patient*innen entsprechend.

Verdienstausfall

Mit einem neuen Gesetz will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Folgen der Corona-Krise für Kliniken und Praxen abfedern. Um die vertragsärztliche Versorgung während der "epidemischen Notlage" sicherzustellen, sollen unter anderem Kassenärztliche Vereinigungen und Kassen Ausgleichszahlungen vornehmen. Ein erster Gesetzesentwurf liegt bereits vor (vgl. www.aend.de/article/204386). Da die weiteren Entwicklungen noch abzuwarten sind, empfehlen wir, den Verdienstausfall vorsorglich zu dokumentieren.

Am 20. März gab die Senatorin für Wirtschaft Kristina Vogt bekannt, dass das Land Bremen ab sofort Leistungen zur Förderung von Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und weniger als zwei Millionen Euro Jahresumsatz der gewerblichen Wirtschaft, Solo-Selbständige sowie freiberuflich Tätige mit Sitz oder Betriebsstätte im Land Bremen gewährt. Bei der Bremer Aufbau-Bank BAB und der Wirtschaftsförderung Bremerhaven BIS können Anträge für eine Corona-Selbsthilfe in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses von bis zu 5.000 Euro ab sofort gestellt werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.bremen-innovativ.de/corona-info-ticker-fuer-unternehmen/
Informationen sowie eine Übersicht zu den verschiedenen Maßnahmen der Soforthilfe von Bund und Ländern erhalten Sie auch auf den Seiten der Bundespsychotherapeutenkammer www.bptk.de/jetzt-soforthilfe-beantragen/

Fortbildung

Die Vertreterversammlung der KBV hat wie angekündigt vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie eine Änderung der Regelung zur Fortbildungsverpflichtung der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten nach § 95d SGB V beschlossen. Danach sind abweichend von § 1 Abs. 3 der Fortbildungsregelung statt 250 Fortbildungspunkten 200 Fortbildungspunkte nachzuweisen. Diese Regelung tritt rückwirkend zum 1. April 2020 in Kraft und tritt am 30. Juni 2020 außer Kraft.(siehe www.kbv.de/html/1150_45480.php)

In diesem Zusammenhang weisen wir gerne darauf hin, dass auch zertifizierte Onlineangebote genutzt werden können.

Weiterhin können nach unserer Fortbildungsordnung Supervisions- und Intervisionsgruppen auch per Videokonferenz erfolgen. Hierbei gilt es wie bisher, die datenschutzrechtlichen Aspekte und die Schweigepflicht zu beachten, insbesondere wenn unklar ist, ob die Kommunikation untereinander durch Dritte aufgezeichnet und gespeichert werden könnte. Eine ausreichende Anonymisierung der besprochenen Fälle ist sicherzustellen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist von einer Verwendung von Anbietern wie Skype für die Durchführung von Intervision und Supervision per Video abzuraten.

Psychologische Beratung in Bremen

Wir möchten auf zwei Angebote hinweisen, die allen Menschen offen stehen:

  • Die Telefonseelsorge (telefonseelsorge.de )
  • Die Psychologische Beratungsstelle „Offene
  • Tür“ des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen, erreichbar Montag – Freitag von 10.00 -13.00 und 15.00 -18.00 unter Telefon 0421/324272.

Viele weitere Beratungsstellen in Bremen sind per Telefon, Onlineberatung und Videotelefonie erreichbar:

  • Anlauf- und Beratungsstelle Mädchenhaus Bremen e.V.,
  • E-Mail: info@maedchenhaus-bremen.de,
    Tel. 0421/3365444
    Telefoische Sprechzeiten:
    Montag 10.00-12.00 Uhr, Dienstag 14.00-16.00 Uhr, Mittwoch 14.00-16.00 Uhr, Donnerstag 10.00-12.00 Uhr

  • Schattenriss, Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen,
  • E-Mail: info@schattenriss.de
    Tel. 0421/617188
    Telefonische Sprechzeiten: Montag und Freitag 11.00-13.00 Uhr, Mittwoch 14.00-16.00 Uhr

  • Bremer Jungenbüro, Tel. 0421-5986 5160
  • Telefonische Sprechzeiten: Montag 10.00-12.00 Uhr, Donnerstag 14.00-16.00 Uhr
    Internet: www.bremer-jungenbuero.de/

  • Bremer Kinderschutz-Zentrum, Tel. 0421-240112-20
  • Telefonische Sprechzeiten: Montags bis Mittwoch von 11.00-13.00 Uhr, Donnerstag 15.00-17.00 Uhr

    Auch die Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Familien (Erziehungsberatungsstellen) in Bremen haben verlängerte Telefonzeiten. Sie sind täglich von 10.00 bis 14.00 Uhr telefonisch zu erreichen. Die Telefonnummern finden Sie hier (auf S. 9).


Weitere Möglichkeiten zur Information rund um Covid-19 bzgl:

Vertragspsychotherapeutische Tätigkeit:

Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen:

Zugehörige Dateien:
Telefonische Hilfsangebote zur GewaltpräventionDownload (109 kb)
Aufruf EntlastungstelefonDownload (89 kb)
Entlastungstelefon für KrankenhäuserDownload (84 kb)
Kinderschutz - Tipps für ElternDownload (534 kb)
Kinderschutz - Ein Wegweiser für FachkräfteDownload (545 kb)