Pressemitteilung

24.02.2021: Die Psychotherapeutenkammer Bremen fordert, sofort die Kapazitäten für Psychothe-rapie zu erhöhen. Privatpraxen für zusätzliche Behandlungskapazitäten nutzen.

Bremen, 23. Februar 2021:

Die Psychotherapeutenkammer Bremen (PKHB) fordert eine Corona-Soforthilfe für psychisch kranke Menschen. Das Angebot an psychotherapeutischer Behandlung muss kurzfristig deut-lich ausgeweitet werden. Grundsätzlich besteht nach dem Sozialgesetzbuch die Möglichkeit über Kostenerstattung außervertragliche Behandlungen in Privatpraxen zu finanzieren. Da-her sollten Privatpraxen bis Ende des Jahres grundsätzlich Menschen mit psychischen Be-schwerden und Erkrankungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen versorgen können. Die Kassen müssen verpflichtet werden, die Kosten ohne bürokratische Hürden zu erstatten, wenn der dringende Behandlungsbedarf in einer psychotherapeutischen Sprechstunde fest-gestellt wurde, die vertragspsychotherapeutische Praxis aber keine zeitnahe Behandlung anbieten kann.

„Die kassenzugelassenen Praxen sind durch die Corona-Pandemie noch stärker überlaufen. Viele Hilfesuchende in Bremen und Bremerhaven warten inzwischen monatelang auf eine psychotherapeutische Sprechstunde oder Behandlung“, stellt Amelie Thobaben, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Bremen fest. „Die durch die Pandemie hervorgerufenen psychischen und körperlichen Belastungen überfordern große Teile der Bevölkerung. Insbe-sondere Menschen mit Vorbelastungen sind auf zeitnahe psychotherapeutische Versorgung angewiesen, aber auch Personen, die nun erstmalig Psychotherapie in Anspruch nehmen wollen, brauchen zeitnahe Behandlungsangebote.“

Die Corona-Pandemie verschärft den chronischen Mangel an psychotherapeutischen Be-handlungsplätzen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach einer Umfrage der Deut-schen PsychotherapeutenVereinigung sind die Patientenanfragen im Vergleich zum Vorjah-reszeitraum durchschnittlich um 40 Prozent gestiegen, bei Kindern und Jugendlichen sogar um 60 Prozent. Nur 10 Prozent der Patient*innen kann innerhalb eines Monats ein Behand-lungsplatz angeboten werden. 38 Prozent müssen länger als sechs Monate warten. „Wir müssen die Chronifizierung psychischer Störungen durch zeitnahe Behandlungangebote ver-hindern“, sagt Thobaben.

Kontakt:

Dipl.-Psych. Amelie Thobaben
Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Bremen

Psychotherapeutenkammer Bremen Geschäftsstelle
E-Mail: verwaltung@pk-hb.de
Hollerallee 22, 28209 Bremen
Fon: 0421-2772000 Fax: 0421-2772002

Pressemitteilung 23.02.2021: Privatpraxen für zusätzliche Behandlungskapazitäten nutzen (PDF, 122 kb)