Systemische Therapie

Die Systemische Therapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren. Im Fokus steht die Interaktion zwischen den Mitgliedern der Familie oder des Systems und deren weitere soziale Umwelt. Um Veränderungen anzustoßen, besteht die Möglichkeit, wichtige Beziehungspersonen (Eltern, Kinder, Partner, etc.) real oder imaginär einzubeziehen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Systemischen Therapie ist es, die Stärken der Patientin oder des Patienten und der weiteren relevanten Personen zu nutzen, um gemeinsam Lösungen für Probleme und Konflikte zu erarbeiten.

2008 als Psychotherapieverfahren wissenschaftlich anerkannt
Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie hatte die Systemische Therapie bereits im Jahr 2008 als wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren eingestuft, sowohl für die Psychotherapie Erwachsener als auch für die von Kindern und Jugendlichen. Seitdem kann die Ausbildung von Psychologischen Psychotherapeut*innen sowie von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen in Systemischer Therapie als Vertiefungsverfahren erfolgen und mit der Approbation abgeschlossen werden. Eine Übersicht zu den Instituten, an denen die Systemische Approbationsprüfung angeboten wird, finden Sie unter www.systemischerverbund.de/mitglieds-institute-systemische-ausbildung/.

2019 in die Psychotherpie-Richtlinie aufgenommen
Nachdem im November 2018 der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Nutzen und die medizinische Notwendigkeit der Systemischen Therapie für Erwachsene positiv bewertet hatte, nahm der G-BA das Psychotherapieverfahren im November 2019 als weiteres Behandlungsverfahren für Erwachsene in die Psychotherapie-Richtlinie auf. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass die Systemische Therapie Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sein kann.

Ab Juli 2020 ist die Abrechnung von Systemischer Therapie für Erwachsene möglich.

Der Antrag auf Nutzenbewertung für den Einsatz des Verfahrens bei Kindern und Jugendlichen wurde ebenfalls auf den Weg gebracht, dieser Antrag befindet sich derzeit aber noch im Prüfungsverfahren. Weitere Informationen finden Sie unter www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen/826/ und www.systemischerverbund.de/presseinformation-dgsf-und-sg/.

Eintrag der Fachkunde
Es ist jetzt möglich, dass Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten die Fachkunde in Systemischer Therapie in das Psychotherapeuten-/Arztregister bei den Kassenärztlichen Vereinigungen eintragen lassen. Psychotherapeut*innen mit einer Kassenzulassung können dann eine Abrechnungsgenehmigung beantragen und fortan Systemische Therapie mit den Kassen abrechnen. Psychotherapeut*innen ohne Kassenzulassung haben die Möglichkeit, sich auf einen ausgeschriebenen Versorgungsauftrag zu bewerben. Voraussetzung dafür ist die Ausbildung im Vertiefungsverfahren Systemische Therapie oder der Fachkundenachweis in analytischer Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie oder Verhaltenstherapie und zusätzlich die Berechtigung zum Führen der Zusatzbezeichnung Systemische Therapie. Diese Berechtigung ist bei der Psychotherapeutenkammer Bremen zu beantragen. Der Prüfungsausschuss Systemische Therapie prüft dann, ob die Voraussetzungen, wie sie in der Weiterbildungsordnung beschrieben sind, vorliegen.

Die Weiterbildungsordnung finden Sie hier.

Eine Übersicht über die benötigten Unterlagen für das Antragsverfahren finden Sie hier als "Download"

Die Informationen über die anfallenden Gebühren finden Sie hier s. Punkt 6.

Weiterbildungsordnung Systemische Therapie
Die Psychotherapeutenkammer Bremen hat am 06.11.2012 ihre Weiterbildungsordnung um den Bereich "Systemische Therapie" erweitert. Damit ist für Bremen ein verbindlicher Standard an Qualifikationsanforderungen für die Anwendung der Systemischen Therapie in der psychotherapeutischen Behandlung beschrieben.

Zugehörige Dateien:
Informationen zum Antragsverfahren Download (584 kb)